Essays (Auswahl)

Das potjomkinsche Paradies. ZEIT 2017
Nach kaiserlichem Willen, nach Weisung des Generalsekretärs sollte man an diesem Ort glücklich sein. Und ich war hier glücklich. Glücklich waren auch meine Eltern, glücklich war ihre Freundin, die sich aus dem Busfenster lehnte und rief: “Ach, der Oleander! und die Luft, die Luft!” Wir fuhren in einem Trolleybus auf der längsten Oberleitungsbus-Linie der Welt, drei Stunden vom Eisenbahnhof in Simferopol zum Meer.

 

Der Internetkrieger. WELT 2017
Ein Ereignis machte Marcel Sardo vor drei Jahren berühmt und bescherte ihm den Ruf eines Putin-Trolls. Es war genau dasselbe Ereignis, das auch mich politisch aufgerüttelt hat.  

 

Die Politinformation. taz 2017
Als ich zum letzten Mal die Öffentlichkeit bewusst belogen habe, war ich 19 Jahre alt und stand kurz vor dem Rausschmiss aus meiner Moskauer Hochschule.

 

Populismus ist Lüge. NZZ 2017
Populismus ist ein sinnloser Begriff, wenn man so die Politik nennt, die dem Willen des «populus» folgt. Denn dieses «Volk» existiert höchstens in den Parteinamen der Populisten. 

 

Krise der Wahrheit. NZZ 2016
Das ist der postmoderne Pop - Tatsachen nicht von Lügen unterscheiden zu wollen. 

 

Die militanten Untertanen. Die Welt 2015
Die Flüchtlingskrise sollte die Krise der besorgten Bürger heißen. 

 

Mein Feind, die Revolution. ZEIT 2015
Es gibt viele Gründe, eine Revolution abzulehnen. Man kann zu konservativ, zu bodenständig oder einfach zu alt dafür sein. Was ich mir aber bisher nicht vorstellen konnte, ist, dass man zu links für eine Revolution sein kann. 

 

Kadaver auf Urlaub. NZZ 2015
Die Emigration holte mich ein, ohne dass ich einen Fuß vor die Tür gesetzt hätte. Sie kam über mich in Gestalt einer Frau mit grünem Lidschatten, einer langen Zigarette in der Hand und gerümpfter Nase. Das sollte ich sein, der «Emigrant Schumatsky»

 

Russland ist eine Lüge DIE ZEIT 2014
Die wohl größte Schwierigkeit im Umgang mit Russland ist dies: Russland lügt. 
Russia is a lie

 

Tod in Moskau. FAZ 2014
Anfang dieses Jahres, zwei Monate nach dem Tod meines Vaters, schoss sich in Moskau ein pensionierter Admiral in den Kopf. Wie mein Vater war er krebskrank.  

 

Die kleinen Diebe des grossen Sieges NZZ 2014
1974 starb ein Mann, der wohl mehr Menschen in den Tod geschickt hat als jeder andere Russe im Jahrhundert des massenhaften Tötens.  

 

Die Russen gibt es nicht ZEIT ONLINE 2014
Schon einmal war ich Berufsrusse. In den Jahren nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion, als ich nach Deutschland kam, richtete ich mich recht gemütlich in einer Nische auf dem Medienmarkt ein. Ich war die junge, authentische russische Stimme, die die alten Klischees über ihr Land widerlegte. Es ist Wladimir Putin zu verdanken, dass ich wieder in meine alten, aus der Mode gekommenen Schuhe schlüpfen muss.

 

Präsidentenkino, 1937 und 2007 NZZ 5.05.2008

 

 

Die Vertikale der Macht NZZ 3.05.2004

 

 

Am Ende der Aufklärung? Russlands Kultur und der neue Autoritarismus NZZ 11.02.2004

 

 

Bruder Putin Süddeutsche Zeitung 25.03.2000

 

 

Mit Jeanne d'Arc nach Grosny taz 17.3.1995

 

 

Der Schriftsteller Stefan Heym und die Macht taz 08.11.1994

 

Seele und Balalaika Von der seltsamen Anhänglichkeit Boris Pasternaks an Stalins Rußland. taz 19.09.1994

 

Alexander Solschenizyn. Der grosse Schriftsteller kehrt zurück. Weltwoche 1994

 

Gorbatschows Happening Oder: Requiem für die Sowjetunion. taz 8.01.1992

 

Bilder eines Endes taz 31.08.1991
Der Staatsstreich in der Sowjetunion, das letzte Kunstwerk des Sozialistischen Realismus

 

Sots-Art gegn Soz-Real Soziale Konzeptkunst in der Sowjetunion. taz 01.06.1991

 

Published on  December 1st, 2017