Die Seine fließt ins Schwarze Meer
Klappentext
Der russisch-jüdische Erzähler lebt in Berlin, seine kranke Mutter kann er nicht mehr in Moskau besuchen, da ihm dort die Verhaftung droht. So bleiben ihm nur Telefonate mit ihrer immer leiser werdenden Stimme, Erinnerungen an ein Aufwachsen in einer gewaltvollen Diktatur und die unzähligen Geheimnisse, die am Küchentisch der Eltern erzählt wurden. Vor allem von der umtriebigen Natalia, die in Paris einst Concierge in dem Hotel war, in dem Paul Celan wohnte, und die über Celans Leben und Lieben mehr zu berichten hat, als die Forschung weiß. Überzeugend verbindet Schumatsky seine politische Verzweiflung über Russlands Krieg gegen die Ukraine und den Antisemitismus vor seiner Haustür mit Kindheitsbildern und einer persönlichen Lesart von Celans Leben, Schreiben und Tod.
Leseprobe
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Boris Schumatsky ist mit diesem Roman ein großartiges Stück Literatur gelungen.
Angela Gutzeit, Deutschlandfunk, 9.08.2026
Schumatskys Roman wird in die Geschichte der deutschsprachigen Literatur eingehen, nicht zuletzt, weil er zu den ersten Werken gehört, die die gegenwärtigen Kriege und Kulturkämpfe mit der politischen und literarischen Vergangenheit verknüpfen. ... es zeigt einen Schriftsteller, der sich von der Muttersprache emanzipierte, um in seiner Literatursprache brillieren zu können.
Carsten Otte, TAZ, 18.08.2026
Ein großartiges, trauriges Buch über die Gewalt der Sprache mit etwas, das schweigt. Das Buch macht die Geschichte des Antisemitismus, die Erkundung des Erzählers seiner eigenen Jüdischkeit und die Bedingungen des Schreibens zu einem einzigen, tastenden Erkenntnisprozess. Und entwickelt seine eigene Poetologie, indem es sich selbst beim Schreiben zusieht.
Alexandru Bulucz, Frankrurter Alllgemeine Sonntagszeitung, 18.08.2026
Ein Meisterwerk... Schumatskys gelungener Roman wandelt ein gefügeltes Wort von Celans Geliebter Ingeborg Bachmann ab: Zuvorderst die verdrängte Wahrheit ist dem Menschen zumutbar.
Marko Martin, Welt am Sonntag, 05.09.2026
